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Wie erfolgreich ist eine Maßregelvollzugsbehandlung ?

Während die Insassen von Haftanstalten nach der Verbüßung ihrer Strafe weitgehend ohne Therapie in die Freiheit entlassen werden, können die Patienten des Maßregelvollzugs erst dann mit Entlassung rechnen, wenn Gutachter ihnen bestätigen, dass sie nicht mehr gefährlich sind. Aus diesem Grund liegen die Rückfallquoten im Maßregelvollzug erheblich niedriger als im Strafvollzug: Bei rund 80 Prozent der entlassenen Patienten kommt es nach der Entlassung nicht zu einem ernsthaften Rückfall. Auch bei Lockerungsmaßnahmen oder während Entweichungen sind Zwischenfälle die Ausnahme. So wurde in einer Essener prospektiven Studie, an der insgesamt 23 forensische Einrichtungen aus sieben Bundesländern beteiligt sind, nachgewiesen, dass von insgesamt 255 Patienten, die sich mindestens zwei Jahre in Freiheit befanden, bei 21,6 % die Wiedereingliederung scheiterte. Zu schwerwiegenden Rückfällen wie Gewalt- und Sexualdelikten kam es lediglich in 7,5 % der Fälle (Seifert & Möller-Mussavi 2005). Eine neuere Untersuchung von Seifert enthält Hinweise, dass ehemalige Maßregelvollzugspatienten aus NRW seltener rückfällig werden als Patienten aus anderen Bundesländern.