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Regelbehandlung

Die Behandlung im Maßregelvollzug erfolgt differenziert nach Krankheits- und Störungsbildern und ist deliktspezifisch ausgerichtet.
Nach der Besserung akuter Symptome und der Vermittlung wichtiger Informationen über die Behandlung und bestimmter Verhaltensregeln ist die Motivationsförderung von großer Bedeutung. Nur wenn ein Veränderungswille bei dem Patienten geweckt werden kann, ist ein belastbares und erfolgreiches Arbeitsbündnis zwischen dem Patienten und dem Therapeuten möglich.
Im Verlauf der Therapie kommt den einzelnen nachfolgend beschriebenen Bausteinen der Behandlung eine unterschiedliche Bedeutung zu. Voraussetzung für die Behandlung ist eine wertschätzende und akzeptierende Haltung durch das Behandlungsteam. Der Patient wird bei den notwendigen Behandlungsmaßnahmen nur kooperieren können, wenn er sich in seiner krankheitsbedingten Verunsicherung ernst genommen fühlt. Dabei sollten Therapie und Unterbringung unter größtmöglicher Annäherung an allgemeine Lebens - und Arbeitsverhältnisse Mitarbeit und Verantwortungsbewusstsein der Patienten wecken.

 

Deliktbearbeitung

Ziel der Deliktbearbeitung ist es, dem Patienten den Zusammenhang zwischen dem Störungsbild und delinquentem Verhalten zu verdeutlichen, ihn für die Früherkennungszeichen von störungs- und delikt-relevanten Entwicklungen zu sensibilisieren und ihn in die Lage zu versetzen, darauf mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren.

Psychotherapie

Die Ärzte und klinischen Psychologen im Maßregelvollzug bieten unterschiedliche Psychotherapieverfahren an. Welche Therapie ein Patient bekommt, hängt von seinen Fähigkeiten, von seiner Erkrankung und seinem Delikt ab. Neben gesprächstherapeutischen Angeboten und tiefenpsychologischen Therapieansätzen kommen insbesondere verhaltenstherapeutische Einzel- und Gruppenbehandlungen zur Anwendung.

Sozio- Milieutherapie

Für viele Patienten bietet die Klinik zum ersten Mal in ihrem Leben einen verlässlichen geordneten Lebensraum, in dem soziales und Menschen respektierendes Verhalten konsequent eingeübt werden kann. Im Rahmen der Sozio- und Milieutherapie werden in regelmäßigen Gesprächsrunden, an denen Patienten und Mitarbeiter teilnehmen, Fragen der Stationsordnung und Probleme des Zusammenlebens besprochen. Der Patient lernt, seinen Alltag in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Wohnen und Essen selbständig zu regeln.

Psychoedukation

Der Patient wird über seine Erkrankung aufgeklärt. Auf der Basis der individuellen Erfahrungen der Patienten wird ein systematisches Vorgehen zur Einstellungs- und Verhaltensänderung vermittelt.

Sport- und Bewegungstherapie

Hierbei handelt es sich um verschiedene Arten krankengymnastischer, tänzerischer oder sportlicher Betätigung unter Berücksichtigung gruppendynamischer Aspekte. Sport- und Bewegungstherapeuten helfen den Patienten, ihre Aggressionen abzubauen. Der Umgang mit Aggressionen, Impulsen, Wut und Angst kann in solchen Therapien gelernt werden.

Kunst- und Musiktherapie

Die Kunst- und Musiktherapie stellt auch für schwer beeinträchtigte Patienten die Möglichkeit dar, nicht sprachgebunden sich selbst besser wahrzunehmen und durch Erfolgserlebnisse einen Reifungsprozess im Allgemeinen und das Gefühl der persönlichen Identität wachsen zu lassen.

Ergotherapie

Die Ergotherapie umfasst die Beschäftigungs- und Arbeitstherapie. Hier lernen die Patienten Verantwortung für die Herstellung eines Produktes sowie Zuverlässigkeit und Absprachefähigkeit. Während die Beschäftigungstherapie Impulse zur kreativen Tätigkeit gibt und die Fantasie anregen soll, dient die Arbeitstherapie der Heranführung an die Lebensrealitäten außerhalb des Maßregelvollzuges. Die Arbeitstherapie wird entlohnt.